
Als Flugzeugmodellbauer ist öfter das Thema Schwerpunkt aufgekommen. Früher, mit „einfacheren“ Modellen und auch heute noch auf dem Platz, habe ich das mit den Fingern unter der Tragfläche gemacht. Bei Eigenbauten, oder umbauten von Benzin/Methanoler auf Elektro oder bei Doppeldecker, oder Tiefdecker, und wenn die Modelle eine gewisse Grösse haben, wird diese Methode vor allem für das Initiale einstellen mühsam: Modell auf die Finger nehmen, schauen, dass man keine Delle, oder sonst etwas kaputt macht, auswiegen, wieder auf den Tisch/Boden stellen, Gewicht anpassen und das ganze vorn vorne. Dann immer das Problem, wie mache ich das Gewicht fest, aber nicht so fest, dass ich es nicht abbekomme.
Finger Methode
- Im Feld möglich
- Einfach, keine Tools
- Ausreichend genau
- nicht für alle Modelle
- Wind abhängig
- Mühsam, wenn CG nicht stimmt (Initial)
Elektronische Waage
- Präzise
- Flieger praktisch & Stationär bei Anpassungen
- bis ca. 20Kg für alle Flugzeugtypen
- Kleiner Aufbauaufwand

Im Internet habe ich elektronische Schwerpunktwaagen gefunden, welche aus meiner Sicht überrissen teuer sind, aber natürlich mit App daherkommen. Mein Ehrgeiz und Bastlerego hat gesagt: Das kannst du auch und günstiger. Räder-Basis mit 3D-Druck erstellt, einstellbare Höhe über Gewindestangen, Aufnahmen für Wägezellen und eine Basis für die Aufnahme eines Displays, Arduino und einem 4-Tastenblock. Für einen Bruchteil an Kosten ist die Hardware schnell, aber halt kabelgebunden, gemacht. (Bluetooth oder WLAN Modul ist noch eine Idee und wäre auch ein kleines, aber dann braucht wieder jede Radaufnahme eine eigene Stromversorgung, was mir auch nicht passt.) Nötige Arbeitsschritte: Errechneter Schwerpunkt, oder Schwerpunkt nach Plan am Rumpf und oder Flügel anzeichnen, Flieger auf den 3 Radbasen horizontal (Horizontale Fluglage) und mittig ausrichten. (die Verbindungsschienen der Basen helfen dabei), den Kreuzlaser genau unter den Schwerpunkt schieben. Flieger herunternehmen, einen 2-4s Akku (normaler Modellflug Akku, ev. sogar vom Flieger selbst) anschliessen und die Waagen initialisieren lassen.
Auswahl über die „Fahrwerkkonfiguration“ wählen: 3 Bein mit Sporn/Heckrad, oder 3 Bein mit Frontrad, oder Segler (nur Heck und eine Frontbasis wird eingesetzt)
Die Distanz vom Referenzpunkt („Kreuzspitze“ der Verbindungsschienen) zum Laser messen und eingeben. (Hier gibt es noch eine Idee, dies mit einem Lidar oder über eine Abtastung der Schiene zu automatisieren).
Nun kann man auf dem Display die Gewichtsverteilung sehen: Links, rechts und hinten und das Gesamtgewicht. Zudem kann man auf den Schwerpunkt einstellen -> es wird angezeigt, wo der aktuelle Schwerpunkt am Flieger ist, gegenüber dem eingegebenen Soll-Schwerpunkt in mm. Die Messung ist in Echtzeit, das heisst man kann jetzt einfach Gewichte hinten oder vorne dazu geben, Akku verschieben und sieht sofort das Resultat. Ebenfalls, ob der Flieger über die Längsachse sauber ausbalanciert ist.
Klingt nach viel Aufwand, aber wenn man den Flieger nicht ständig aufheben und wie bei einem Tiefdecker immer wieder umdrehen muss, dann draussen der Wind bläst usw. so ist das nicht praktisch. Zudem funktionieren die gekauften Waagen genau gleich -> auch hier muss man dann noch mühsam an eine Wand, oder Tischkante, oder Vorderkante der Frontradbasen als Mess-Referenzpunkt nehmen.



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